Autismus-Spektrum-Störung: Ursachen

Teil 1: Symptome und Diagnose

Wie in Teil 1: Symptome und Diagnose beschrieben, ist die Autismus-Spektrum-Störung eine tiefgreifende Entwicklungsstörung von Kindern. Über diverse Studien hinweg fand man heraus, dass ca. ein Kind von 160 Kindern an einer Autismus-Spektrum-Störung leidet. Dabei ist das männliche Geschlecht deutlich mehr betroffen – ungefähr zwei- bis dreimal häufiger als das weibliche Geschlecht. Was sind Ursachen für die Autismus-Spektrum-Störung?

Die Ursachen einer Autismus-Spektrum-Störung und deren Geschlechterunterschied sind noch nicht abschliessend erklärt. Dabei ist zu erwähnen, dass nicht eine einzelne Ursache für eine Autismus-Spektrum-Störung verantwortlich ist, sondern mehrere Faktoren zusammenwirken.

Im Folgenden werden die zwei hauptsächlichen Risikofaktoren beschrieben:

Genetische Risikofaktoren
Der genetische Risikofaktor wird als eine der Hauptursache für eine Autismus-Spektrum-Störung betrachtet. Leidet ein Elternteil an einer Autismus-Spektrum-Störung, so erhöht sich das Risiko, dass ein Kind ebenfalls davon betroffen  sein kann. Ein weiterer Hinweis für den genetischen Einfluss auf die Autismus-Spektrum-Störung ist, dass bei eineiigen Zwillingen (identisches Erbgut) in der Regel beide Kinder betroffen sind.

Verschiedene Studien schätzen die Erblichkeit einer Autismus-Spektrum-Störung auf zwischen 40 bis 80 %.  Die Erblichkeit einer (psychischen) Störung ist besonders schwierig abzuschätzen, weil sich das Erbgut eines Menschen im Laufe des Lebens verändert. So können Veränderungen (Mutationen) am Erbgut die Aktivität eines Genes verändern und die Entwicklung einer Zelle verändern. Diese Phänomene sind ein Teilbereich der epigenetischen Forschung und haben ebenfalls einen Einfluss auf die Entstehung von psychischen Störungen.

Schwangerschaft
Die Schwangerschaft ist eine sehr vulnerable Phase im (beginnenden) Leben eines Kindes. Deshalb ist die Schwangerschaft und deren Umstände ein Risikofaktor für die Entstehung einer psychischen Störung. Über verschiedene Studien hinweg fanden Forscher heraus, dass sich das Risiko einer Autismus-Spektrum-Störung erhöht, je älter die Eltern bei der Schwangerschaft sind. Ausserdem können besonders physische und psychologische Vorerkrankungen (und deren Medikation) der Mutter ein Risikofaktor darstellen, wie zum Beispiel Typ-I-Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Allergien oder Asthma.

Immer wieder werden folgende andere mögliche Ursachen für eine Autismus-Spektrum-Störung genannt: Impfungen (besonders gegen Masern, Mumps und Röteln), Magen-Darm-Erkrankungen des Kindes oder Alkoholkonsum während der Schwangerschaft. Diese Risikofaktoren wurden jedoch in zahlreichen Studien als eine mögliche Ursache für eine Autismus-Spektrum-Störung ausgeschlossen.

Im dritten von vier Teilen werden die Behandlungsmöglichkeiten einer Autismus-Spektrum-Störung beschrieben.

Teil 3: Behandlung

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