Delir: Behandlungsmöglichkeiten

Teil 1: Symptome und Diagnose

Teil 2: Ursachen

Die Behandlung eines Delirs richtet sich individuell nach den vorhandenen Symptomen der betroffenen Person. Es werden sowohl nicht-medikamentöse als auch pharmakologische Massnahmen empfohlen, die besonders als Kombination sinnvoll sind. Im Folgenden werden die nicht-medikamentösen Massnahmen und die Pharmakotherapie zur Behandlung eines Delirs beschrieben:

Nicht-medikamentöse Massnahmen
Nicht-medikamentöse Massnahmen können sowohl präventiv als auch therapeutisch zur Behandlung eines Delirs eingesetzt werden. Sie haben Vorrang und werden primär eingeleitet.

Die Behandlung eines Delirs orientiert sich grundsätzlich an der Behandlung der möglichen Ursachen. Da verschiedene Ursachen einen Einfluss auf die Entstehung eines Delirs haben können, setzt sich das Behandlungsteam interprofessionell und interdisziplinär zusammen und verschiedene Handlungsfelder werden übernommen. Medizinisches Fachpersonal aus verschiedenen Disziplinen kümmert sich zum Beispiel zunächst um die Stabilisierung des Herz-Kreislaufes und um eine ausreichende Sauerstoffversorgung. Ausserdem wird darauf geachtet, Laborwerte (Blut- und Urinwerte) zu normalisieren oder den Normalbereich zu erhalten. Das Pflegefachpersonal wiederum gewährleistet eine ausreichende Nährstoffversorgung und überwacht den Patienten oder die Patientin. Psychotherapeutisches Fachpersonal kann bei Bedarf die Kommunikation mit der betroffenen Person unterstützen und Angehörige betreuen. 

Aufgrund der potenziellen Lebensgefahr wird das Delir in der Regel stationär behandelt und die betroffene Person wird überwacht, um eine Selbst- oder Fremdgefährdung zu verhindern. Zunächst werden allgemeine Behandlungsmassnahmen eingeleitet. Diese umfassen die Kontrolle der Vitalfunktionen und das Absetzen von nicht akut benötigten Medikamenten. Es wird darauf geachtet, dass sich die Patient-/innen in einer ruhigen Umgebung befinden, um die sensorischen Reize zu minimieren.

Da das Delir mit einer Bewusstseinsstörung einhergeht, werden die betroffenen Personen bei der Orientierung und Wahrnehmung unterstützt. Häufig haben die betroffenen Personen eine zusätzlich vorbestehende Hör- und Sehverminderung, wofür Unterstützungshilfen zur Verfügung gestellt werden, da solche Beeinträchtigungen psychotische Wahrnehmungen verschlechtern können.

Das Delir wird häufig als eine sehr belastende Situation wahrgenommen. Deshalb, und zur Verbesserung der Reorientierung, wird empfohlen, dass ein stabiler und vertrauenswürdiger Sozialkontakt mit der betroffenen Person gehalten wird. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass ein Ortswechsel wenn möglich vermieden wird.

Weitere nicht-medikamentöse Massnahmen umfassen die Unterstützung eines normalen Schlaf-Wach-Rhythmus und einer angepassten Tagesstruktur. Bei längerer Bettlägerigkeit wird die Mobilität gefördert, um die Beweglichkeit zu erhalten.

Es ist anzustreben, dass eine Besserung der Delir-Symptomatik innerhalb von zwei Wochen erkennbar wird, wobei Restsymptome häufig länger bestehen bleiben können.

Pharmakotherapie
Das Delir hat ein uneinheitliches Erscheinungsbild, weshalb einheitliche Therapieempfehlungen nur schwer zu verfassen sind. Eine Pharmakotherapie wird häufig eingeleitet, um die psychiatrischen Begleitsymptome zu behandeln und gleichzeitig die therapiemöglichen Ursachen für das Delir zu beheben.

Patient/-innen mit einem hyperaktiven Delir können psychotische Symptome und Agitation aufweisen. Hier können Antipsychotika zum Einsatz kommen. Als wirksam zur Behandlung von psychotischen Symptomen erweisen sich sogenannte Neuroleptika, wie Haloperidol, Olanzapin, Risperidon oder Quetiapin. Die Wahl und Dosierung der Medikamente hängt einerseits von den Leitsymptomen des Delirs und andererseits von den Vorerkrankungen der betroffenen Person ab.

Wenn Patient/-innen nur schlecht auf Neuroleptika ansprechen, können auch Benzodiazepine angewendet werden. Jedoch werden diese Medikamente nur in Notfallsituationen empfohlen, da sie selbst ein Delir verursachen oder die Symptome verschlechtern könnten.

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