Demenz: Symptome und Diagnose

Demenz: Symptome und Diagnose

Im ersten von vier Teilen zum Thema Demenz und Alterspsychiatrie werden wir Ihnen die häufigsten Symptome vorstellen und verschiedene Diagnosen erklären.

Teil 1: Symptome & Diagnose
Sie haben Ihren Termin beim Zahnarzt vergessen? Oder der Name Ihres Nachbarn fällt Ihnen einfach nicht mehr ein? Das passiert jedem mal und ist weiter nicht besorgniserregend. In der Tat nimmt die geistige Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter ab. Ältere Menschen werden langsamer im Denken und brauchen länger, um sich an Informationen zu erinnern. Treten aber Schwierigkeiten auf, den Alltag selbständig zu bewältigen, kann die Ursache eine Demenzerkrankung sein.

Dem Thema des kranken Alterns nimmt sich die Alterspsychiatrie an. Diese befasst sich mit älteren Menschen, die an psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Demenz und Depressionen leiden. Das Altern ist ein fortschreitender und nicht umkehrbarer Prozess. Die Menschen werden, auch durch die Fortschritte in der Medizin, immer älter. Deshalb leistet die Alterspsychiatrie einen relevanten Beitrag zur öffentlichen Gesundheit.

Clienia informiert Sie in vier Teilen über die Demenz. Im ersten Teil werden die Symptome und Diagnosen einer Demenz besprochen.

Symptome
Im Folgenden werden die wichtigsten Symptome einer Demenzerkrankung erläutert:

Abnahme der Gedächtnisleistung
Die Abnahme der Gedächtnisleistung erfolgt oft schleichend. Eine Abmachung, ein Name oder Geburtstage werden vergessen – das passiert jedem mal. Nimmt die Vergesslichkeit aber zu, kann das ein Anzeichen für eine beginnende Demenz oder eine Vorstufe derselben sein. Den Betroffenen fällt das Erinnern wie auch das Lernen von neuen Informationen schwer.

Abnahme anderer kognitiver Fähigkeiten
Nicht nur die Gedächtnisleistung kann abnehmen, auch andere Fähigkeiten wie zum Beispiel das Planen oder Organisieren von Tagesabläufen können zunehmend schwieriger werden. Alltägliche Abläufe wie zum Beispiel das Bedienen von Geräten werden zur Herausforderung.

Verminderung der Affektkontrolle
Personen mit Demenz fällt es häufig schwer, ihre Gemütsbewegungen zu kontrollieren. Dies kann sich in einer gesteigerten Reizbarkeit und emotionalen Labilität äussern. Viele Patienten zeigen insbesondere bei Krankheitsbeginn depressive Symptome. Auch ziehen sich Betroffene vermehrt aus dem sozialen Umfeld zurück und wirken in Konversationen unbeteiligt und still.

Veränderung der Persönlichkeit
Mit fortschreitenden Demenz können sich auch Persönlichkeitszüge von Betroffenen verändern. Diese Symptome äussern sich individuell sehr unterschiedlich. Manche Personen sind sehr schnell müde, andere wirken gereizt oder ängstlich, wieder andere sind misstrauisch, fühlen sich verfolgt oder sehen Dinge, die andere nicht sehen.

Dabei ist zu beachten, dass im Vorfeld einer Demenz häufig psychische Störungen zu beobachten sind, die kaum von einer Depression zu unterscheiden sind.

Diagnose
Die Demenzdiagnose setzt eine Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit (meist handelt es sich um eine zunehmende Vergesslichkeit), die zu einer Beeinträchtigung der Alltagsbewältigung geführt hat, voraus.

Für eine klinische Diagnose sollten die oben genannten Symptome mindestens für sechs Monate vorhanden sein. Ferner müssen andere psychische Störungen wie z.B. Depressionen ausgeschlossen werden.

Die diagnostischen Abklärungen umfassen verschiedene Untersuchungen. Zum Standard gehören das Erheben der Krankengeschichte (Welche Symptome stehen im Vordergrund? Beginn? Verlauf? Alltagsbewältigung? Körperliche Begleiterkrankungen?) mit dem Patienten und den Angehörigen, die Grobtestung der wichtigsten Hirnfunktionen (wie Lernen, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Planen und Organisieren, Sprache und räumliches Denken), eine körperliche Untersuchung, eine Blutentnahme, eine Bildgebung des Schädels (in der Regel Magnet-Resonanz-Tomografie MRT) und eine detaillierte Testung der Hirnfunktionen (Neuropsychologie). Je nach Verdacht werden Zusatzuntersuchungen durchgeführt wie z.B. eine Entnahme von Hirnflüssigkeit.

Die ausführliche Untersuchung der Symptome ist notwendig, da die Demenz in verschiedenen Formen auftreten kann. Insbesondere so genannte sekundäre Formen, die grundsätzlich behandelt werden können, gilt es ausfindig zu machen.

Im Folgenden werden häufige Formen der Demenz kurz dargestellt:

Alzheimer-Demenz
Die Alzheimer-Demenz ist mit ungefähr 60 Prozent die häufigste Form der Demenz. Im Zuge der Erkrankung gehen immer mehr gesunde Nervenzellen zugrunde. Die Alzheimer- Demenz ist nicht heilbar. Im Vordergrund steht eine Lern- und Gedächtnisstörung.

Vaskuläre Demenz
Die vaskuläre Demenz wird verursacht durch eine Verengung der Blutgefässe, weshalb Nervenzellen im Gehirn nicht mehr ausreichend Sauerstoff erhalten. Herzkreislaufrisikofaktoren wie z.B. zu hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Rauchen und Diabetes sind dafür verantwortlich. Typische Symptome sind Verlangsamung und Gangschwierigkeiten.

Parkinson-Demenz
Patienten mit einer Parkinson-Demenz leiden neben den Symptomen der Demenz auch unter neurologischen Schwierigkeiten (z.B. Zittern der Hände, Muskelsteifigkeit, Gangschwierigkeiten). Im Vordergrund der Hirnfunktionsstörung stehen Verlangsamung sowie Aufmerksamkeits- und Planungsschwierigkeiten.

Frontotemporale Demenz
Die frontotemporale Demenz tritt typischerweise früh, zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr, auf und wird häufig mit anderen psychischen Störungen verwechselt, weil hier besonders die Veränderung der Persönlichkeit und des Verhaltens im Vordergrund stehen.

Lewy-Körperchen-Demenz
Diese Form der Demenz äussert sich ähnlich wie die Parkinson-Demenz. Oft ist die Gedächtnisfunktion mitbetroffen.

Sekundäre Demenz
Bei der sekundären Demenz ist die Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit eine Folge einer anderen organischen Erkrankung, die grundsätzlich behandelbar ist. Typische Beispiele sind eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Alkoholüberkonsum, ein Vitaminmangel oder eine Infektion mit Borrelien.

Teil 2: Ursachen und Verlauf

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