Frontotemporale Demenz: Ursache und Diagnose

Frontotemporale Demenz: Ursache und Diagnose

Der zweite Teil zum Thema Frontotemporale Demenz dreht sich um deren Entstehung und wie es zu einer Diagnose kommt.

Teil 1: Symptome

Beim Vorliegen einer Frontotemporalen Demenz stellt sich die Frage nach deren Ursache. Diese kann jedoch in den wenigsten Fällen geklärt werden. Im Falle eines Verdachts auf Frontotemporale Demenz werden eine Vielzahl an Befragungen und Tests durchgeführt. Der zuständige Behandler versucht sich ein möglichst vollständiges Bild der vorliegenden Symptomatik zu machen. Es werden spezifische Fragebogenverfahren sowie eine Reihe an Testverfahren durchgeführt. Zudem wird eine körperliche Untersuchung vorgenommen.

Ursache
Die Symptome der Frontotemporalen Demenz werden durch das Absterben von Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen hervorgerufen. Die Ursache für das Absterben ist nicht bekannt. Es wird jedoch in einigen Fällen von einer genetischen Komponente ausgegangen. Bei zehn Prozent der betroffenen Personen liess sich eine Genmutation feststellen. Zudem tritt die Frontotemporale Demenz familiär gehäuft auf. Weitere Risikofaktoren sind bisher nicht bekannt.

Diagnose
Die Diagnose einer Frontotemporalen Demenz gestaltet sich schwierig. Viele der Symptome können ein Hinweis auf eine Vielzahl von Erkrankungen sein. So wird sie oft mit einer Depression, dem Burn-Out-Syndrom, einer Schizophrenie oder einer Manie verwechselt. Im fortgeschrittenen Verlauf präsentiert sich die Frontotemporale Demenz ähnlich wie die Alzheimer-Demenz. Entsprechend stützt man sich bei der Diagnose vor allem auf die Erhebung der Krankengeschichte, psychologische Tests sowie eine körperliche Untersuchung.

Bei der Erhebung der Krankengeschichte werden die Patienten nach der Symptomatik, der Beeinträchtigung und dem Verlauf befragt. Da Betroffene der Frontotemporalen Demenz jeweils über eine geringe Krankheitseinsicht verfügen, kommt dem Bericht durch Angehörige eine besondere Bedeutung zu. Mithilfe der Angehörigen kann ein klareres Bild erlangt und eine bessere Einschätzung vorgenommen werden.

Zusätzlich zur Erhebung der Krankengeschichte werden verschiedene psychologische Verfahren durchgeführt. Dazu gehören einerseits Fragebogenverfahren, die helfen, die Symptome einzuordnen und eine strukturierte Erhebung zu ermöglichen. Zudem gibt es spezifische Demenz-Tests, die Hinweise auf das Vorliegen einer Frontotemporalen Demenz liefern können. Es werden oft Tests des Gedächtnisses, des Denkvermögens und der Sprache durchgeführt. Weiter werden der Uhrentest, Mini-Mental-Status-Test oder der DemTect-Test durchgeführt.

Der umfassenden Differenzialdiagnose kommt grosse Bedeutung zu. Wie bereits erwähnt, präsentiert sich die Frontotemporale Demenz ähnlich wie eine Vielzahl anderer Erkrankungen. Der Bericht von Angehörigen über die Veränderungen der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens leistet einen wichtigen Beitrag zur Differenzierung zwischen den verschiedenen Krankheitsbildern.

Nebst der Erhebung der Krankheitsgeschichte und der Durchführung von psychologischen Verfahren erfolgt eine körperliche Untersuchung. Durch das Absterben der Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen schrumpft das Hirngewebe an den betroffenen Stellen. Dieser Rückgang lässt sich mittels Computertomografie und Kernspintomografie abbilden. Als Folge dieses Rückgangs zeigt sich eine Reduktion des Energieverbrauchs. Diese lässt sich mittels Positronen-Emissions-Tomografie aufzeigen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Entnahme einer Probe der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit. Bei der Frontotemporalen Demenz lässt sich in den Gehirnzellen eine ungewöhnliche Menge eines Eiweissstoffes namens Tau finden. Dieser kann in der Flüssigkeit nachgewiesen werden und dabei helfen, die Frontotemporale Demenz von der Alzheimer-Demenz abzugrenzen. Falls es in der Verwandtschaft bereits Fälle von Frontotemporaler Demenz gibt, kann ein Gentest Klarheit schaffen.

Letztendlich gibt es kein Verfahren, dass die Frontotemporale Demenz mit Sicherheit nachweisen kann. Die Diagnostik beruht auf einer Kombination der beschriebenen Methoden.

Hilfestellung für Pflegende
Sich um eine demenzkranke Person zu kümmern, erfordert viel Energie und Durchhaltevermögen. Die Pflege ist belastend und herausfordernd. Es ist wichtig, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu stillen.

Als erster Schritt sollten Informationen bezüglich der Bedürfnisse von demenzerkrankten Personen eingeholt werden. Dies hilft beim Anpassen der Pflege und klärt, welche realistischen Erwartungen an demenzerkrankte Personen gestellt werden können.

Als zweiter Schritt ist es wichtig, sich Hilfe zu suchen, wenn es nötig wird. Es gibt eine Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten, die individuell zugeschnitten werden können.

Der dritte Schritt ist eine angemessene Selbstfürsorge. Es ist wichtig, aktiv Freizeit einzuplanen und Freunde sowie Hobbies nicht zu vernachlässigen. Eine gute Pflege ist nur möglich, wenn die pflegende Person über genügend Energie sowie Ressourcen verfügt.

Teil 3: Behandlung

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