Substanzinduzierte Psychosen: Behandlung

Substanzinduzierte Psychosen: Behandlung

Prävention:

Die Prävention ist der erste Schritt in der Behandlung von substanzinduzierten Psychosen. Drogenprävention spielt eine entscheidende Rolle, da das Ziel darin besteht, den Drogenmissbrauch zu verhindern, bevor psychotische Symptome auftreten können. Die Prävention von substanzinduzierten Psychosen sollte auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Auf der individuellen Ebene ist die Aufklärung über die Risiken des Drogenmissbrauchs von grosser Bedeutung. Frühzeitige Intervention und Unterstützung bei ersten Anzeichen von Suchtverhalten sind entscheidend, um die Entstehung einer substanzinduzierten Psychose zu verhindern. Auf gesellschaftlicher Ebene sind Präventionsprogramme und Aufklärungskampagnen notwendig, um das Bewusstsein für die Gefahren des Drogenkonsums zu schärfen.

Akuttherapie:

In der akuten Phase einer substanzinduzierten Psychose ist die Reizisolierung am Wichtigsten, um die Symptome zu reduzieren. Dies kann in einer ruhigen und kontrollierten Umgebung erreicht werden. Antipsychotika können bei starken Symptomen zur Beruhigung und zur Verbesserung des psychotischen Zustands eingesetzt werden. Die schrittweise Entwöhnung von der auslösenden Substanz ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Es ist jedoch oft eine grosse Herausforderung, die Zustimmung des Patienten zur Behandlung zu erhalten, da Uneinsichtigkeit häufig ist. Familien und Freunde können eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Betroffenen zur Behandlung zu ermutigen. Bei schweren Fällen kann jedoch eine Zwangseinweisung notwendig sein.

Weiterführende Therapien:

Da substanzinduzierte Psychosen in der Regel auf Drogenmissbrauch zurückzuführen sind, steht die Behandlung des Missbrauchs oder der Abhängigkeit im Vordergrund.  Dabei können  medikamentöse und psychotherapeutische Ansätze kombiniert werden, um eine langfristige Abstinenz zu fördern. Diese Therapieansätze zielen nicht nur darauf ab, den Drogenkonsum zu beenden, sondern auch auf die Bewältigung der zugrunde liegenden Ursachen des Konsums. Ebenso können Selbsthilfegruppen Unterstützung und einen Ort zum Austausch von Erfahrungen bieten, um langfristige Abstinenz aufrechtzuerhalten.

Heilungschancen:

Bei konsequenter Abstinenz und einer umfassenden, auf den individuellen Fall abgestimmten Therapie bestehen gute Aussichten auf Genesung. Die Intensität und Dauer des vorangegangenen Substanzmissbrauchs sowie die Art und Intensität der Behandlung spielen eine entscheidende Rolle. Bei episodischem Substanzkonsum verschwinden die psychotischen Symptome in der Regel nach dem Absetzen der Substanz. Hat ein regelmässiger Missbrauch der Substanz stattgefunden, haben Betroffene gute Heilungschancen, falls konsequente Abstinenz und eine Therapie mit Medikamenten und Psychotherapie angewendet wird.

Zusammenfassend ist es wichtig zu betonen, dass substanzinduzierte Psychosen ernsthafte Erkrankungen sind, die professionelle Hilfe erfordern. Betroffene sollten sich nicht scheuen, Unterstützung zu suchen, da die Behandlung erfolgreich sein kann und die Lebensqualität erheblich verbessern kann. Eine ganzheitliche Herangehensweise, die medizinische, therapeutische und soziale Elemente einschliesst, ist oft am effektivsten bei der Bewältigung dieses Problems.

Teil 1: Symptome und Diagnostik

Teil 2: Arten

Teil 4: Bericht aus dem Clienia Psychiatriezentrum Wetzikon

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