Park B - Akzeptanz- und commitment-orientierte Sozialpsychiatrie

Es liegt in der Natur des Menschen, nach Glück und Erfüllung zu streben und Unangenehmes zu vermeiden. Oft macht man im Rahmen von psychischen Krisen oder auch langjährigen psychiatrischen Erkrankungen aber die Erfahrung, dass der Versuch, unangenehme Gefühle und Gedanken zu kontrollieren oder zu bekämpfen gerade dazu führt, dass zusätzliches Leiden entsteht. Oder anders ausgedrückt: «Wer vor der Angst davonrennt, wird von ihr eingeholt».

Diese Erkenntnis macht sich die in den letzten Jahrzehnten entwickelte Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) zunutze. Steven C. Hayes, ein Mitbegründer dieser Therapierichtung, drückt das so aus: «In der ACT geht es darum, wie man vom Leiden zum Leben kommt, zu einem reichen, selbstbestimmten, sinnerfüllten Leben - und das mit (nicht trotz) der eigenen Geschichte, mit all den Erinnerungen, mit der Angst und mit der Traurigkeit, die man manchmal in sich trägt.»

Diese Sicht weg vom Blick auf die Defizite und Symptome hin zu den Ressourcen und Werten eines Menschen spiegelt sich auch in den modernen Ansätzen von Recovery (Genesungspotential) und Empowerment (Selbstbestimmung) wider.

Vor diesem Hintergrund verstehen wir die Patientinnen und Patienten als Experten für ihre Gesundung und begeben uns mit ihnen gemeinsam auf die Suche nach einem sinnerfüllten Leben.