







B3 – Station für Psychotherapie, Behandlungsschwerpunkt Traumafolgestörungen
Als Klinik mit kantonalem Versorgungsauftrag bieten wir auf der Station B3 der Clienia Schlössli Menschen, die unter den Folgen traumatischer Erlebnisse leiden, eine spezialisierte Behandlung an. Diese basiert auf der Dialektisch-Behavioralen Therapie für posttraumatische Belastungsstörungen (DBT-Trauma). Die wissenschaftlich fundierte und wirksame Therapieform kombiniert standardmässige DBT-Fertigkeiten zur Emotionsregulation und Achtsamkeit mit spezifisch traumafokussierten Interventionen. Die Betroffenen werden darin unterstützt, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten, Symptome zu bewältigen und das Leben an den eigenen Bedürfnissen und Werten auszurichten.
Traumatische Ereignisse wie Unfälle, Gewalterfahrungen oder Katastrophen werden vielfach erlebt. Wenn diese Ereignisse schwerwiegend sind, die Integrität der Betroffenen verletzen und deren Bewältigungsstrategien übersteigen, kann sich eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln. Diese zeigt sich mit folgenden (Kern-)Symptomen:
- sich aufdrängende, belastende Erinnerungen an das Trauma (Intrusionen bis hin zu Flashbacks, Albträume)
- Vermeidung von Situationen, Gedanken und Gefühlen, die an das Trauma erinnern (Trigger)
- chronisches Hyperarousal (Gefühl anhaltender Bedrohung, Schreckhaftigkeit, Schlafprobleme)
Wenn Traumatisierungen langanhaltend und schwerwiegend waren, sowie möglicherweise bereits in der Kindheit und Jugend begannen, kann sich eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) entwickeln. Diese äussert sich zusätzlich zu den Kernsymptomen in Veränderungen der Persönlichkeit mit:
- Problemen der Emotionsregulation (Hochanspannungszustände, Dissoziationen, dysfunktionaler Bewältigungsstrategie wie Selbstverletzungen oder Substanzkonsum)
- negativem Selbstkonzept (Gefühle von Wertlosigkeit, Scham-, Schuld-, Ekelerleben)
- Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen (sich anderen nahe fühlen zu können oder Beziehungen aufrechterhalten zu können)
- Die Aufnahme erfolgt auf ärztliche oder psychotherapeutische Zuweisung oder auf eigene Initiative
- Informationen zur Aufnahme erteilen die Oberärztin und Oberpsychologin, die Stationsleiterin oder die zentrale Triagestelle, Telefon 044 929 81 11
- Vor Eintritt erfolgt ein Vorgespräch zur Überprüfung der Indikation und zur Vorstellung des Therapiekonzepts mit der Oberärztin oder der Oberpsychologin der Station
- In Versicherungs- und Kostenfragen unterstützt Sie gerne die Patientenadministration, Telefon 044 929 82 46
- Die Besuchszeiten sind täglich von 9 bis 21.30 Uhr. Wir bitten Sie, auf die Therapiezeiten Rücksicht zu nehmen
Unsere stationäre DBT-Traumabehandlung ist modular aufgebaut und kann flexibel an die individuellen Indikationen angepasst werden. Das 12-wöchige Therapieprogramm umfasst eng aufeinander abgestimmte Einzel- und Gruppentherapien sowie Zusatzangebote.
Vorgespräch
Vor jeder Aufnahme führen wir ein persönliches Vorgespräch mit den Patientinnen und Patienten, um die Indikation und Motivation zu prüfen, Fragen zu klären und ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen.
Stationäre Traumatherapie
Vorbereitungs- und Stabilisierungsphase
Am Anfang steht die Erarbeitung eines individuellen Krankheitsmodells. Die regelmässige Praxis von Achtsamkeit fördert die wertfreie Wahrnehmung für das eigene innere Erleben und kultiviert eine freundliche, mitfühlende Haltung mit sich selbst und anderen (Wise Mind). Fertigkeiten im Umgang mit Dissoziationen, Intrusionen, Hochstress und traumabezogenen Gefühlen (Scham, Schuld, Ekel) ermöglichen die Auseinandersetzung und Bewältigung spezifischer Situationen.
Fertigkeitenbasierte Exposition
Im Fokus dieser Therapiephase stehen Traumaverarbeitung und Exposition. In einem sicheren Umfeld und in therapeutischer Begleitung können die Patienten erleben, dass sie sich den belastenden Erinnerungen stellen können, ohne von ihnen überwältigt zu werden. Sie lernen so, dass die Erinnerungen der Vergangenheit angehören und die damit verbundenen Gefühle aushaltbar sind. Nur so kann der Teufelskreis von Wiedererleben, Hyperarousal und Vermeidung durchbrochen werden.
Das Leben entfalten
Zukunftsbilder, die sich an den eigenen Werten orientieren, schaffen Bereitschaft, etwas in Kauf zu nehmen. Zulassen der Trauer ermöglicht es, dem Gewesenen mit Akzeptanz zu begegnen und dies als Teil der Vergangenheit zu integrieren. Dies macht den Weg frei für neue Erfahrungen. Welches Leben möchte ich leben? Wie kann ich alte Beziehungsmuster verändern, Nähe erleben und gleichzeitig meine Grenzen wahren?
Unsere offen geführte Station wendet sich an Patientinnen und Patienten ab 18 Jahren mit
- Posttraumatischer Belastungsstörung
- Komplexer posttraumatischer Belastungsstörung
- Chronischen Depressionen
- Pathologischer Trauerstörung
Voraussetzungen für eine Aufnahme sind:
- Bereitschaft, sich mit den traumatischen Erinnerungen auseinanderzusetzen
- fester Wohnsitz (für 23-Stunden-Belastungserprobung an den Wochenenden)
- Verzicht auf die Einnahme von Alkohol/Drogen und regelmässige Einnahme von Benzodiazepinen
- Gesicherte ambulante Weiterbehandlung
- Körpergewicht mit einem Mindest-BMI von 18 kg/ m2
- Absprachefähigkeit
- Ausreichende Deutschkenntnisse
- Gruppenfähigkeit
Die Einzeltherapie wird ergänzt durch ein umfangreiches Gruppenangebot (Einsteigergruppe, Skillsgruppe, Interpersonelle Gruppe, Wise Mind und Achtsamkeitstraining). Körpertherapeutische Angebote fördern die Wahrnehmung des inneren Erlebens und dienen der Stressregulation (Yoga, Bewegungsgruppe). In der Ergotherapie können ‘alter’ und ‘neuer’ Weg nonverbal ausgedrückt und kreativ gestaltet werden. Zusätzlich stehen komplementärmedizinische Angebote wie Aromatherapie, NADA-Ohrakupunktur wie auch Kraft- und Fitnesstraining zur Verfügung.
Die Station verfügt über 16 Betten. Die Zimmer sind alle mit Dusche/WC ausgestattet.
Das behagliche Ambiente und die schöne Aussicht ins Grüne unterstützen die Genesung unserer Patienten. Die wohnlich eingerichteten Zimmer verfügen mehrheitlich über Telefon- und Fernsehanschlüsse (gegen Gebühr) und WLAN. Es sind auch barrierefreie Zimmer verfügbar. Auf Nachfrage gibt es auf bestimmten Stationen die Möglichkeit, ein Einzelzimmer gegen Aufpreis zu beziehen.
Unseren Patienten und Patientinnen stehen auf den Stationen Waschmaschinen und Tumbler zur freien Verfügung. Gerne waschen und bügeln wir persönliche Wäsche aber auch in unserer Wäscherei.
Wir legen grossen Wert auf eine saisonale, marktfrische und qualitativ hochwertige Küche. Das täglich wechselnde Angebot besteht aus einem Fleisch- oder Fischmenu und einem vegetarischen Gericht. Zudem servieren wir auf Verordnung des Arztes verschiedene Diätmenüs und Kostformen.
Kiosk:
Im Empfangsbereich finden Sie Heiss- und Kaltgetränke-, Verpflegungs- und Zigarettenautomaten sowie einen Kiosk mit Tageszeitungen, ausgewählten Zeitschriften, Büchern, Süssigkeiten und Geschenken. Auch Hygieneartikel können gekauft werden.
Internetcorner
In der Nähe des Empfangsbereichs befindet sich die 24 Stunden verfügbare Computerecke mit ADSL-Internetanschluss und Drucker.
Freizeitangebote
Die Umgebung von Oetwil am See birgt eine grosse und attraktive Auswahl an Freizeit- und Unterhaltungsangeboten. In der Nähe der Klinik finden sich unter anderem:
- Spazier- und Wanderwege
- Vita-Parcours und Finnenbahn
- Freibad (Oetwil) und Strandbäder (Greifensee, Zürichsee)
- Hallenbäder (Männedorf, Uster)
- Tennis- und Squash-Center (Halle)
- Streetball-Platz
- Langlauf-Loipe im Winter
- Kegelbahn
- Bibliothek, Coiffeur und Kosmetiksalon im Ort
Seelsorge Clienia Schlössli
Sozialdienst Clienia Schlössli
Stationsinformationen