Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Psyche - Teil 2

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Psyche - Teil 2

Wie wir bereits in Teil 1 gesehen haben, löst die Pandemie in der Bevölkerung eine Reihe von Ängsten und Sorgen aus. Eine Auswahl davon führen wir im Folgenden auf:

  • Krankheitsängste: Im Vordergrund einer gesundheitlichen globalen Krise steht die Angst vor der Infektion und der Krankheit. Verstärkend kommt hinzu, dass die COVID-19-spezifischen Symptome sehr unspezifisch sein können oder gar inexistent.
  • Verlustängste: Die Ängste während der Pandemie beziehen sich nicht nur auf die eigene Person, sondern auch auf das familiäre und freundschaftliche Umfeld. Man ist besorgt, dass nahestehende Personen sich infizieren und einen schweren Krankheitsverlauf zeigen. Die Bilder von Intensivstationen und beatmeten Personen in den Medien verstärken diese Ängste zusätzlich.
  • Wirtschaftliche Ängste: Die Massnahmen zur Eindämmung des Virus schränken das soziale Leben der Bevölkerung stark ein. Für viele bedeutet dies Kurzarbeit, vorübergehendes Berufsverbot oder sogar Arbeitslosigkeit und Insolvenz. Die Gefahr, dass kein Einkommen mehr generiert oder Löhne nicht mehr ausbezahlt werden können und die damit verbundenen Konsequenzen sind der Nährboden für weitere Ängste.
  • Soziale Ängste: Die Regierungen aller Nationen warnen vor Kontakt mit anderen Personen und schränken ihn ein.. Für den Menschen als soziales Wesen haben solche Beschränkungen signifikante Auswirkungen. Wir sorgen uns um die Aufrechterhaltung von wichtigen Kontakten. Besonders für alleinstehende Personen können die sozialen Einschränkungen zu erheblichen Problemen führen.
  • Versorgungsängste: Gut zu beobachten waren Versorgungsängste besonders in der Anfangszeit der Pandemie. Leere Toilettenpapier-Paletten, leergefegte Regale mit lang haltbaren Lebensmitteln wie zum Beispiel Pasta oder Reis. Läden des nicht täglichen Bedarfs werden geschlossen. Die Bevölkerung sorgt sich um die Versorgung, und es kommt zu Hamsterkäufen.
  • Politische Ängste: Durch die starke Vernetzung der Bevölkerung durch das Internet ist ein Informationsaustausch sehr leicht. Das ist ein wichtiger Aspekt des modernen Lebens: Wir können uns schnell und einfach über verschiedenste Themen informieren. Jedoch werden auch viele falsche Tatsachen in den Informationsfluss geschleust. Es kursieren Verschwörungstheorien, welche die COVID-19-Pandemie als Machtübernahme oder -stärkung der Eliten darstellen. Diese und andere Theorien verunsichern die Menschen und untergraben das Vertrauen in die Regierungen.

Wie können wir diesen Ängsten und Sorgen entgegenwirken? Im Folgenden werden allgemeine Tipps im Umgang mit den sozialen Einschränkungen während der COVID-19-Pandemie dargestellt:

  • Tagesstruktur: Die Tagesstruktur ist in normalen Zeiten nur ein kleines Problem. In Zeiten von Homeoffice und Kurzarbeit ist jedoch eine fehlende Tagesstruktur problematisch. Tipps hierfür sind: Starten Sie einen Tagesplan, wechseln Sie zwischen Nacht- und Tageskleidung, essen Sie regelmässig und gesund, schlafen Sie nicht zuviel und achten Sie auf Ihre Körperhygiene.
  • Bewegung: Mit der Einschränkung des öffentlichen Lebens zur Eindämmung des Virus wird gleichzeitig auch die Bewegung der Bevölkerung verringert. Tipps hierfür sind: Bewegen Sie sich mindestens einmal täglich durch Laufen in der Wohnung, Treppensteigen, Fitnessübungen oder falls möglich mit einem Spaziergang.
  • Soziale Kontakte: Zwar sind wir darauf angewiesen, wenn wir das Virus unter Kontrolle bringen wollen, den persönlich-sozialen Kontakt möglichst zu minimieren. Uns steht jedoch eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, unsere Familie, Freunde oder Bekannte digital zu treffen.
  • Medien: Falschinformationen und Verschwörungstheorien sind in digitalen Zeiten ein Problem. Wie oben erwähnt, verunsichern sie Menschen und schüren Ängste. Deshalb der Tipp hierfür: Informieren Sie sich anhand von Fakten über die COVID-19-Pandemie, zum Beispiel beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).
  • Projekte starten: Die vermehte Zeit zu Hause kann genutzt werden für Dinge, die man unter «normalen» Umständen nicht machen würden. Tipps hierfür sind: werden Sie kreativ, schreiben Sie Briefe, stellen Sie ein Fotoalbum zusammen oder führen Sie ein (Video-)Tagebuch.
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