Stimmenhören: Symptome

Stimmenhören: Symptome

Stimmenhören ist ein weit verbreitetes Phänomen. Beispielsweise kann Stimmenhören in der Einschlafphase vorkommen. Manche Menschen hören wiederholt Stimmen, obwohl niemand anwesend ist. Dies kann für manche völlig unproblematisch sein, während andere stark darunter leiden. Das wiederholte Stimmenhören ohne akustische Ursache kann ein Hinweis auf eine psychiatrische oder neurologische Erkrankung sein, weshalb eine zeitnahe fachärztliche Abklärung angeraten wird.

Akustische Halluzinationen
Eine Halluzination beschreibt die Wahrnehmung von etwas, dem kein Aussenreiz zugrunde liegt, aber dennoch als realer Sinneseindruck wahrgenommen wird. Eine Halluzination kann alle Sinne betreffen, also das Hören, das Schmecken, das Riechen, das Fühlen und das Sehen. 
Akustische Halluzinationen beziehen sich auf das Hören. Sie können in ungeformte, einfache Wahrnehmungen und komplizierte akustische Phänomene unterteilt werden. Zu den ungeformten, einfachen Wahrnehmungen, auch Akoasmen genannt, gehören beispielsweise Klickgeräusche, Heulen, Zischen, Knacken, Knallen, Brummen. Zu den komplizierten akustischen Phänomenen gehört zum Beispiel das Stimmenhören. 
Die Stimmen können einen dialogischen, imperativen oder kommentierenden Charakter haben. Stimmen mit einem dialogischen Charakter unterhalten sich gemeinsam über zum Beispiel die betroffene Person. Stimmen mit einem imperativen Charakter geben Anweisungen. Stimmen mit kommentierendem Charakter kommentieren, was die betroffene Person gegenwärtig macht, fühlt oder denkt. Die Stimmen können unterschiedliche, wahrgenommene Ursprungsorte haben. Sie können vom Kopf, den Ohren, ausserhalb des Körpers oder von bestimmten Körperarealen ausgehen. Manche Menschen hören lediglich eine Stimme, während andere eine Vielzahl von Stimmen hören. Die Stimmen können von bekannten Menschen stammen oder völlig fremd sein. Es gibt auch Unterschiede in der Lautstärke, Tonalität und dem Zeitrahmen, in dem Stimmen gehört werden.

Der Umgang mit dem Stimmenhören
Das Stimmenhören kann ein Hinweis auf eine körperliche Erkrankung wie Epilepsie, hohes Fieber, eine Schilddrüsenerkrankung oder einen Hirntumor sein. Darum ist es wichtig, mittels verschiedenen diagnostischen Verfahren körperliche Erkrankungen als Ursache für das Stimmenhören auszuschliessen. Stimmenhören im psychiatrischen Kontext kommt unter anderem sehr häufig bei einer psychotischen Symptomatik vor.
Je nachdem wie beunruhigend das Stimmenhören für die Betroffenen ist, kann es zu verschiedenen Reaktionen kommen.
Oft ist Stimmenhören beunruhigend, führt zu Ängsten und negativen Bewertungen. Betroffene versuchen, sie zu verdrängen oder sich abzulenken. Diese Reaktion ist absolut verständlich, kann aber langfristig zu einem ungünstigen Verlauf beitragen.
Begeben sich Betroffene früh in eine Behandlung, in der ein Umgang mit dem Stimmen hören erlernt wird, kann dies dazu führen, dass Stimmenhören positiv bewertet und damit als Ressource genutzt werden kann.  
So kann das Stimmenhören zum Beispiel dazu genutzt werden, um eigene Befindlichkeiten und Bedürfnisse einschätzen zu können. Gewisse Menschen schaffen es, sich auf die positiven Stimmen zu konzentrieren und die anderen Stimmen einzugrenzen oder verstummen zu lassen. Bei manchen Personen können die Stimmen Aufschluss über Lebensprobleme geben oder bei der Bewältigung von Problemen unterstützen. Es gibt auch Betroffene, die einen konstruktiven Dialog mit den Stimmen führen können. Dabei hat sich gezeigt, dass Personen, die bereits in jüngeren Jahren Stimmen gehört haben, einen weniger belastenden Umgang damit finden.
Wenn die Stimmen als tyrannisierend oder einschränkend erlebt werden, kann eine psychotherapeutische Behandlung unterstützen.
Antipsychotische Medikamente und psychotherapeutische Begleitung können dabei helfen, einen Umgang mit dem Stimmenhören zu finden. Selbsthilfegruppen stellen eine weitere sehr hilfreiche Behandlungsform dar. Es kann entlastend sein, zu sehen, dass andere Menschen von der gleichen Problematik betroffen sind.

Teil 2: Ursache und Diagnose

Teil 3: Behandlung

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