Repetitive transkranielle Magnetstimulation: Definition

Repetitive transkranielle Magnetstimulation: Definition

Definition
Die repetitive transkranielle Magnetstimulation (kurz: rTMS) ist ein modernes und sehr gut verträgliches Therapieverfahren, das zu den so genannten neurostimulatorischen Verfahren gehört. Es ermöglicht eine gezielte modulierte Aktivität im kortikalen Bereich des Gehirns (Gehirnrinde) durch wiederholte elektromagnetische Impulse.

Grundprinzipien der rTMS
RTMS als Behandlungsmethode basiert auf den Prinzipien der elektromagnetischen Induktion, einem Phänomen, das erstmals von Michael Faraday im 19. Jahrhundert beschrieben wurde. Das Verfahren erfordert eine Spule, die nahe der Hautoberfläche platziert wird, sowie ein Stimulationsgerät, das den die Spule speisenden Strom bereitstellt und die Steuerung des Stromablaufs übernimmt. Durch den Stromfluss in der Spule entsteht ein magnetisches Feld, das nach dem physikalischen Prinzip der Induktion die Nervenzellen bestimmter Regionen der Gehirnrinde in ihrer elektrischen Aktivität beeinflusst. Man kann je nach Einstellung des Behandlungsprotokolls am Gerät sowohl einen stimulierenden als auch einen hemmenden Effekt auslösen. Je nach Ziel der Behandlung kann also angepasst werden, welche Wirkung die rTMS-Behandlung bewirken soll, um ein optimales therapeutisches Ergebnis zu erreichen. Das Gehirn hat viele komplexe Netzwerkstrukturen, und neue Studienerkenntnisse weisen auch darauf hin, dass rTMS nicht nur einen Effekt auf die behandelte Hirnrindenregion, sondern auf sämtliche damit in Verbindung stehenden Netzwerke hat. Eine rTMS-Behandlung ermöglicht somit auch die Wirkung in tieferen Hirnregionen.

Neuronale Plastizität und Effekte der rTMS
Ein Schlüsselaspekt der rTMS liegt in ihrer Fähigkeit, neuronale Plastizität zu beeinflussen. Darunter versteht man die Fähigkeit des Gehirns, sich an veränderte Bedingungen anzupassen und informationsverarbeitende Netzwerke neu zu gestalten. Man kann vereinfacht sagen, dass die neuronale Plastizität die Fähigkeit des Nervengewebes widerspiegelt, sich selbst neu zu organisieren und zu lernen. Durch die wiederholte Anwendung kann die rTMS nicht nur kurzfristige, lokale Effekte erreichen, sondern auch zu angestrebten langfristigen Veränderungen führen, die über die Anwendungsdauer hinausgehen. Damit können einerseits Gehirnregionen gezielt gehemmt und andererseits andere Regionen mit einer reduzierten Aktivität angeregt werden. Dieses Prinzip führt zu einer erfolgreichen Anwendung von rTMS in der Psychiatrie bei Indikationen wie z.B. Depression und Zwangserkrankung.

rTMS Teil 2: Durchführungsweise und Anwendungsgebiete

rTMS Teil 3: Vor- und Nachteile, Risiken und Prognose

rTMS Teil 4: Patientengeschichte

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